Schweigeminute am 23. Februar 2012

Zahlreiche Arbeitnehmer gedachten der Mordopfer der Neonazi-Bande

Bei der Übergabe des "Respekt"-Schildes (vorne, von links) bei der Firma Hettich in Frankenberg: Bernd Löffler (IG Metall Nordhessen), Olaf Lohse (Hettwich Geschäftsleitung) und Volker Bornscheuer (stellvertretender Betriebsratsvorsitzender).

In vielen nordhessischen Betrieben haben die Beschäftigten heute eine Schweigeminute eingelegt, um an die Opfer der rechtsterroristischen Mordserie zu denken. Etwa bei der Firma Hettich in Frankenberg. Dort setzten Geschäftsleitung und Belegschaft gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus und für Toleranz. Damit die Botschaft auch nach dem 23. Februar 2012 sichtbar bleibt, wurde am Werkstor ein Schild mit der Aufschrift "Respekt! Kein Platz für Rassismus" angebracht.

VW-Werk, IG Metall-Tarifkommission

Engagement für die Respekt-Kampagne zeigten auch Betriebsräte und Vertrauensleute im Volkswagenwerk in Kassel. Betriebsrat und Werkmanagement unterstützen die Initiative Respekt bereits seit 2011. Eine Schweigeminute legte am Donnerstag während ihrer Tagung auch die Tarifkommission der IG Metall im Bezirk Frankfurt ein. Auch am Kasseler DGB-Haus versammelten sich Gewerkschafter zu einer Minute der Stille.

Staatsakt in Berlin

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Ullrich Meßmer, nahm als Bundestagsabgeordneter an dem Staatsakt in Berlin teil. Dort trauerte die Spitze der Bundesrepublik Deutschland gemeinsam mit den Angehörigen der Mordopfer. In Berlin sprach neben Bundeskanzlerin Angela Merkel auch der Vater des Kasseler Mordopfers, Ismail Yozgat.

Körzell fordert schnelles NPD-Verbot

Der Vorsitzende des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Stefan Körzell, forderte noch einmal ein schnelles Verbot der NPD und aller neofaschistischer Organisationen. Bei einer Veranstaltung im Rahmen des Gedenktages für die Opfer rechtsextremer und neofaschistischer Gewalt in Offenbach sagte Körzell: "In Anbetracht der Mordserie, die durch die Thüringer Terrorgruppe verursacht wurde, ist es an der Zeit, endgültig ein Verbot der NPD auszusprechen."

Diese Forderung richte sich vor allem an den Hessischen Innenminister Boris Rhein, sowie an die Hessische Landesregierung. Sie müsse den Widerstand gegen ein Verbot der NPD aufgeben, alle V-Männer aus der NPD abziehen und unverzüglich die Initiative zum Verbot der NPD beitreten.

Körzell weiter: „Wir haben ja gesehen, dass die Durchsetzung der NPD mit V-Männern nicht dazu geführt hat, Straftaten zu verhindern“. Körzell erinnerte in diesem Zusammenhang an die hessischen Opfer der Thüringer Terrorgruppe: Halid Yozgat aus Kassel und Enver Simsek aus Schlüchtern. „Diese Namen stehen stellvertretend dafür, umgehend die NPD zu verbieten.“ Körzell erinnert aber auch an die unzähligen Opfer, die seit 1990 in der Bundesrepublik Deutschland durch rechtsextreme und neofaschistische Gewalt ums Leben gekommen sind.

DGB ist zufrieden mit Beteiligung

Mit der Beteiligung der Menschen und sogar der Medien an der Gedenkminute zeigte sich Körzell sehr zufrieden. „Die Gedenkfeier in Berlin, die Schweigeminute in Betrieben und Verwaltungen sowie die Demonstration in Offenbach setzen gute Zeichen, die es auszubauen gilt. Wegsehen ist das falsche Rezept, Rechtsextremen und Neofaschisten entgegenzutreten. Es geht darum, wachsam zu sein und täglich für ein friedliches Miteinander in sozialer Gerechtigkeit zu werben.“

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