IG Metall Nordhessen
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23.08.2017, 23:08 Uhr

13. Juli 2017 | Befragung: Über 10.000 Teilnehmer

Beschäftigte fordern Sicherheit und gute Perspektiven

Sicherheit und gute Perspektiven in der digitalen Arbeitswelt, eine neue Arbeitsmarktpolitik, bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben sowie sichere Renten sind die wesentlichen Forderungen der nordhessischen Beschäftigten an die Politik. Zu diesem Ergebnis kommt das nordhessische Regionalergebnis der bislang größten Beschäftigtenbefragung Deutschlands. Mehr als 680.000 Beschäftigte aus rund 7.000 Betrieben haben sich bundesweit an der Befragung der IG Metall „Politik für alle – sicher, gerecht und selbstbestimmt“ von Mitte Januar bis Ende Februar 2017 beteiligt.

Im Bereich der IG Metall Nordhessen haben 10.520 Beschäftigte ihr Votum abgegeben. „Diese hohe Beteiligung zeigt: Die Beschäftigten wollen mit ihren Wünschen, Sorgen und Forderungen gehört werden. Sie trauen uns als IG Metall eine Menge zu. Wer im September gewählt werden will, kommt an den Ergebnissen unserer Befragung nicht vorbei“, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel.

Industrie 4.0, Arbeitszeitgesetz, Krankenversicherungsbeiträge

94 Prozent der Befragten in Nordhessen finden es wichtig, den Weg in die Industrie 4.0 mitzugestalten. Die Beschäftigten fragen sich, welchen Platz sie in der neuen Arbeitswelt einnehmen werden und verlangen, dass es sicher und gerecht zugehen muss auf dem Weg in die Arbeitsgesellschaft von morgen.

Die Umbrüche in der Arbeitsgesellschaft dürften dabei nicht zum Abbau von Schutzrechten missbraucht werden. Dies gelte gerade für das Arbeitszeitgesetz sagt Oliver Dietzel an Politik und Arbeitgeber gerichtet. „Über 97 Prozent der nordhessischen Befragten wollen auch in Zukunft ein Arbeitszeitgesetz, das der Arbeitszeit Grenzen setzt. Dazu gehört auch das Recht auf Abschalten durch gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten.“

Rund 95 Prozent fordern, es müsse Schluss sein damit, dass die Arbeitnehmer höhere Beiträge zur Krankenversicherung zahlen als die Arbeitgeber. Weiter fordern die Beschäftigten ein höheres Rentenniveau (87 Prozent) und eine Verpflichtung der Arbeitgeber zur betrieblichen Altersvorsorge für alle Beschäftigten (95 Prozent). „Die nordhessischen Beschäftigten wünschen sich eine gerechtere Republik“, fasst Oliver Dietzel die Ergebnisse zusammen.

Betriebliche Auswertungen

Die Ergebnisse der Befragung sollen auch auf der betrieblichen Ebene nutzbar gemacht werden. „Wir stellen deshalb allen Betriebsratsgremien auf Wunsch das betriebliche Ergebnis der Befragung zur Verfügung“, kündigte die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Elke Volkmann, an. So haben die Betriebsräte des Volkswagenwerks und des Daimler-Achsenwerks in Kassel die Ergebnisse bereits eingesehen und analysiert. „Beide Gremien wollen sie bei ihrer künftigen Arbeit berücksichtigen“, sagte Volkmann.


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