01.07.10 | IG Metall Vertrauensleute bei VW
Sparpaket ist keine gerechte Antwort auf die Krise
"Wir fordern von der Bundesregierung, die im Sparpaket beschlossenen Kürzungen bei Leistungen für Arbeitslose, Familien und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen umgehend zurückzunehmen", sagt der stellvertretende Vertrauenskörperleiter der IG Metall im Volkswagen Werk Kassel, Thorsten Donnermeier. "Diese Sparmaßnahmen treffen die Schwachen in der Gesellschaft, die am meisten unsere Hilfe und Solidarität benötigen".
Donnermeier
spricht damit über 400 Vertrauensleuten aus der Seele, die in
ihrer Vollversammlung am Mittwoch einstimmig eine Resolution
verabschiedet haben, in der die schwarz-gelbe Koalition
aufgefordert wird, die entsprechenden Beschlüsse zurückzunehmen
und die Verursacher der Krise, insbesondere den Finanzsektor, sowie
die Wohlhabenden in der Gesellschaft stärker an der Finanzierung
der Krisenfolgen zu beteiligen.
Die Notwendigkeit zur staatlichen
Haushaltskonsolidierung werde nach den massiven Stützungsmaßnahmen
im letzten Jahr, unter anderem für die Banken, nicht
angezweifelt. Allerdings müssten die Lasten gerecht verteilt und
zu aller erst die Verursacher der Krise in die Verantwortung genommen
werden.
Für die Einführung einer Vermögenssteuer
Daher ist für die Vertrauensleute klar: Die Einführung
einer Vermögenssteuer, eine stärkere Besteuerung hoher
Einkommen, die Schaffung einer Finanztransaktionssteuer und eine
Gemeindefinanzreform zur Verbesserung der kommunalen Einnahmen sind
unumgänglich, wenn die Krise nachhaltig überwunden werden
soll.
Die
Vertrauenskörperleitung wird die Inhalte des Beschlusses
zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen aus weiteren Betrieben in
die Öffentlichkeit tragen. Sollte die Bundesregierung nicht
einlenken, indem sie die oben genannten Beschlüsse korrigiert,
werde man im Herbst die Gewerkschaftsmitglieder mit einer breiten
Kampagne mobilisieren und den politischen Druck weiter erhöhen.