24.09.2025 | Jubilarehrungen

Baunatal: Ehrung für 329 langjährige Mitglieder

Wir haben in Baunatal 329 langjährige Mitglieder aus der Stadt und dem Landkreis Kassel sowie dem Schwalm-Eder-Kreis für ihre jahrzehntelange Treue geehrt. „Ihr habt die Arbeitswelt menschlicher, solidarischer und gerechter gemacht“, würdigte Oliver Dietzel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Nordhessen, das Engagement der Jubilare. „Ihr habt gekämpft und viele Verbesserungen erstritten, auf denen unsere heutige Arbeit aufbaut. Dass ihr uns auch nach dem Ende eures aktiven Berufslebens die Treue haltet, ist für unsere Gewerkschaft ein unschätzbarer Rückhalt – dafür danken wir euch von Herzen.“

Alfred Hofmann (links) war von 1987 bis 2000 Erster Bevollmächtigter der IG Metall Nordhessen. Neben ihm steht der heutige Erste Bevollmächtigte Oliver Dietzel. (Foto: Martin Sehmisch)

Zu den langjährigsten Mitgliedern zählten in diesem Jahr drei besondere Jubilare, die für jeweils 75 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden: Willi Klink aus Baunatal, Horst Werkmeister aus Vellmar und Karl Zinn aus Jesberg.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die Ehrung des ehemaligen 1. Bevollmächtigten der IG Metall Nordhessen, Alfred Hofmann. Der 81-Jährige, der die Geschicke der Geschäftsstelle von 1987 bis 2000 leitete, wurde für beeindruckende 65 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet und als besonderer Ehrengast herzlich begrüßt.

Michael Rudolph (DGB): „Der Sozialstaat ist das Fundament unserer Demokratie“

Als Festredner betonte der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, die Bedeutung gewerkschaftlichen Engagements – damals wie heute. „Wir als Gewerkschaftsbewegung sind stolz auf euren jahrzehntelangen Einsatz“, so Rudolph. Mit Blick auf aktuelle politische Debatten warnte er eindringlich vor dem Abbau sozialstaatlicher Strukturen.

„Wir im DGB sagen klar: Der Sozialstaat ist das Rückgrat unserer Demokratie. Er schützt vor dem sozialen Absturz, gibt Sicherheit und schafft Vertrauen. Deshalb wollen wir ihn nicht schwächen, sondern stärken und weiterentwickeln.“ Die Behauptung, der Sozialstaat sei nicht mehr finanzierbar, bezeichnete Rudolph als Märchen: „Zehn Prozent der Bevölkerung besitzen 60 Prozent des Vermögens. Es ist höchste Zeit, dass dieser Reichtum einen stärkeren Beitrag zum Gemeinwohl leistet. Genau darüber müssen wir als Gesellschaft diskutieren – nicht über den Abbau sozialer Sicherungssysteme.“

Besorgt zeigte sich Rudolph auch über den Rückgang der Tarifbindung: Mittlerweile werde branchenübergreifend nur noch die Hälfte aller Beschäftigten nach Tarifvertrag entlohnt. Die Folgen seien spürbar: „Schlechtere Löhne, längere Arbeitszeiten, weniger Sicherheit“, so der Gewerkschafter. „Deshalb fordert der DGB ein Tariftreuegesetz: Öffentliche Aufträge dürfen nur noch an Unternehmen vergeben werden, die Tarifverträge einhalten.“

Ehrung für rund 2.200 Jubilarinnen und Jubilare

Insgesamt haben wir in diesem Jahr rund 2.200 Mitglieder für ein rundes Jubiläum ihrer Gewerkschaftszugehörigkeit ausgezeichnet. Mit rund 42.000 Mitgliedern aus über 170 Betrieben sind wir die größte Einzelgewerkschaft in Nordhessen.

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