Auf einer Betriebsversammlung im Volkswagenwerk Kassel hat der Betriebsrat die aktuelle Lage und die Zukunftsperspektiven des Standortes bewertet. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen in der Automobilindustrie sieht der Betriebsrat den Standort Kassel gut aufgestellt – dank stabiler Auslastung in der Komponente und im Konzern After Sales. "Der veränderte Volumenmix mit mehr DSG- und Hybridgetrieben sowie die starke Säule im After Sales Geschäft führen zu einer stabilen Auslastung und Beschäftigungssituation", betonte Betriebsratsvorsitzender Carsten Büchling.
Ein zentrales Thema bleibt die Übernahme der befristeten Stammbeschäftigten. „Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir drängen auf eine schnelle Lösung“, so Büchling. „Unsere befristeten Kolleginnen und Kollegen haben keine Zeit zu verlieren! Sie wollen endlich Klarheit, wie es ab Januar für sie weitergeht“. Der Betriebsrat führt darüber derzeit intensive Gespräche mit dem Vorstand und fordert eine schnelle Lösung. „Das Gesamtpaket muss jetzt innerhalb weniger Tage ins Ziel kommen. Geschwindigkeit gilt auch dort, wo es um die berechtigten Interessen der Beschäftigten geht“.
Neben der Beschäftigungssicherung drängt der Betriebsrat auf die Umsetzung der vereinbarten Investitionen in Zukunftsprodukte: Der Aufbau von Fertigungskapazitäten im Bereich der SSP-Antriebe (Scalable Systems Platform) ist das Herzstück im Zukunftsplan für den Standort Kassel. Mit weiteren Projekten wie der Montage von Pulswechselrichtern, dem Kompetenzaufbau im Bereich der Leistungselektronik sowie Großguss-Umfängen soll eine höhere Wertschöpfungstiefe zusätzlich Auslastung und Beschäftigung am Standort sichern. „Diese Projekte sind der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unseres Standortes“, unterstrich der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, Christian Wetekam.
Auf der Versammlung wurden außerdem die Ergebnisse der aktuellen Belegschaftsbefragung des Volkswagen Gesamtbetriebsrats präsentiert, an auch der rund 2.500 Beschäftigte des Standorts Kassel teilgenommen haben. Beschäftigungssicherung ist mit Abstand das wichtigste Thema für die VW-Beschäftigten in Kassel (71% der Befragten wählten es unter ihre persönliche Top 3). Gleichzeitig stellt die Kasseler Belegschaft dem Vorstand ein kritisches Zeugnis aus: Eine große Mehrheit der Beschäftigten hat den Eindruck, dass für den Vorstand Wirtschaftlichkeit und Beschäftigungssicherung keine gleichrangigen Unternehmensziele mehr sind.
Zudem wünschen sich über 80% der Befragten eine stärkere Beteiligung bei Themen, die sie in ihrem Arbeitsumfeld konkret betreffen. „Das ist ein klares Signal: Unsere Belegschaft will Verantwortung übernehmen“, so Büchling.
Zum Abschluss kündigte Büchling die Betriebsratswahl im März 2026 an: „Wir rufen alle Kolleginnen und Kollegen auf, sich zu beteiligen und ihre Stimme für eine starke Mitbestimmung abzugeben.“