Nach Corona haben Frauen und Männer die gleichen Chancen bei Bildung und im Beruf und verdienen das gleiche Entgelt.

Der letzte Teil unserer Statement- Serie zum Internationalen Frauentag. Mitglieder des Ortsfrauenausschusses berichten, was sie sich für die Zeit nach Corona wünschen.

Nach Corona haben Frauen und Männer die gleichen Chancen bei Bildung und im Beruf und verdienen das gleiche Entgelt – und unsere Unternehmen haben erkannt, das Chancengleichheit im Beruf ein echter Wettbewerbsvorteil in Zeiten mangelnder Fachkräfte ist.

Mädchen haben die besseren Schul, – Berufs- und Studienabschlüsse. Nach erfolgreicher Ausbildung ist der Berufseintritt meist aber nicht immer gegeben. Berufliche Werdegänge von Frauen werden oft durch Familiengründung und Kindererziehung unterbrochen. In Deutschland liegt die Beschäftigungsquote von Frauen mit Kindern unter fünf Jahren im internationalen Vergleich mit 44 Prozent im unteren Bereich, bei Frauen mit Kindern unter acht Jahren im unteren Mittelfeld. Nach wie vor sind in Deutschland Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert. In nur einem der 100 größten DAX-Unternehmen sitzt eine Frau im Vorstand. Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern, bedingt nicht zuletzt durch unterbrochene Erwerbsbiographien, sind in Deutschland deutlich sichtbar.

Das Missverhältnis zwischen den Geschlechtern ist nicht dadurch entstanden, dass Frauen sich aus z.B. den MINT-Berufen zurückgezogen hätten, vielmehr haben Männer diese Berufsfelder geflutet und den Frauen damit keinen Platz gelassen. Denn wichtiges Wissen wird in unserer patriarchalen Gesellschaft stets vermännlicht, dies wird gerade in der digitalen Welt enorm sichtbar.

"Wir haben eine digitale Welt, die von privilegierten weissen Männern entworfen, realisiert und gewartet wird. Es ist schwer vorstellbar, dass der digitale Wandel so zum Vorteil von uns allen vorangetrieben werden kann."
(Isabelle Collet, Professorin für Pädagogik an der Universität Genf)

Ziel muss es sein Ausbildungsperspektiven und berufliche Chancen zu verbessern und den Anteil von Frauen in Führungspositionen und in zukunftsorientierten Berufen zu erhöhen.

Claudia Kesper, Vertrauensfrau Volkswagenwerk Baunatal