IG Metall Nordhessen
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09.08.2020, 12:08 Uhr

13.03.2020 | Standort Kassel

General Electric: Großer Knowhow-Verlust vorprogrammiert!

Der GE Standort in Kassel ist das Kompetenzzentrum von GE für Leistungsschalter bis 170 kV, Hybrid-Kompakt-Schaltanlagen bis 170 kV und Messwandler bis 550 kV. Nach der Ankündigung der geplanten Schließung des GE Produktionsstandorts in Kassel am 20. Februar 2020 hat der Betriebsrat begonnen, die Planungen von GE zur Verlagerung der Produkte zu analysieren. "Dabei ist sehr schnell aufgefallen, dass der geplante Footprint von GE besonders aus Kundensicht eine Katastrophe ist", so Betriebsratsvorsitzende Benjamin Heinicke.

GE-Fabrik in Kassel / Betriebsratsvorsitzender Benjamin Heinicke (Fotos: GE Grid GmbH/Uwe Zucchi)

Der GE-Plan, das Kompetenzzentrum Kassel teilweise an Standorte ohne Produkt-Knowhow zu verlagern, wird zu extremen Knowhow-Verlust führen. Nicht nur, dass GE in seiner derzeitigen Situation unnötig einen hohen zweistelligen Millionenbetrag für die Schließung der Fabrik zum Fenster rauswirft, der Wettbewerbsnachteil ohne die Fabrik in Kassel wird vom GE-Management laut des Betriebsratsvorsitzenden massiv unterschätzt. Heinicke ist sich sicher: "Ohne die Expertise von Kassel wird GE weiter an Marktanteilen verlieren." Besonders da der Standort operativ sehr gut aufgestellt ist, das bestätigte sogar die Produktlinienmanager aus Paris.

Eine erneute Verlagerung des Bereichs Messwandler, der sich erst seit 2017 am Standort befindet, ist nach Meinung des stellvertretendem Betriebsratsvorsitzenden Karsten Osterhoff sehr kritisch. "Es hat drei Jahre gedauert, bis der Standort Produkt- und Kunden-Homologationen erlangt hat. GE wird wahrscheinlich wichtige Kunden verlieren, da einige nicht akzeptieren werden, dass der Produktionsstandort erneut verlagert wird."

Laut dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden und Mitglied des europäischem Betriebsrats Falk Hoinkis wird der EBR dem Management aufzeigen, dass es die bessere Alternative ist, den Produktionsstandort Kassel zu erhalten. "Wir wissen, und ich denke, wir können es auch beweisen, dass es die Möglichkeit gibt, Produkte auch kurzfristig sehr wirtschaftlicher in Kassel zu fertigen."

Heinicke und Hoinkis wissen aber auch, dass man die Situation am Standort jetzt sehr genau analysieren muss, insbesondere der zukünftig mögliche Footprint, der Raum und Platzbedarf in einem nachhaltigen Konzept, aber auch eine Überprüfung von Entgeltstrukturen werden mit Hilfe der INFO-Institut Beratungs-GmbH unter die Lupe genommen.

Für den Betriebsrat und die Mitarbeiter am Standort Kassel ist besonders unverständlich, dass GE zeitgleich die Leistungsschalterproduktion der Spannungsebenen ab 245 kV von Villeurbanne nach Aix-les-Bains verlagert. "Kassel ist Kompetenzzentrum und hat jahrzehntelange Erfahrung in der Produktion von Leistungsschaltern. Wir haben sogar Produkte aus Villeurbanne schon produziert. Für uns ist nicht zu erklären, warum GE jetzt neben Villeurbanne auch plant, Kassel zu schließen und beide Produktionen an einen Standort ohne Produkt- und Fertigungserfahrung im Leistungsschalterbereich zu verlagern. Wir haben gehört, dass es Kunden gibt, die es für sinnvoller erachten, wenn auch die Leistungsschalter über 170 kV in Kassel gefertigt würden. Wir hoffen, dass diese Kunden dieses GE auch mitteilen."

Der Europäische Betriebsrat und der Gesamtbetriebsrat der GE Grid GmbH in Deutschland sind der Meinung, dass nur ein abgestimmtes europäisches Footprint-Konzept sinnvoll ist und haben daher eine gemeinsame Erklärung an den CEO von GE Renewable Energy geschickt.

Die Argumente und die weiterhin positiven Leistungen der Belegschaft geben dem Gesamtbetriebsrat und dem örtlichen Betriebsrat die Hoffnung, dass die derzeitigen Planungen noch nicht endgültig sind, sondern ernsthaft Lösungen zum Erhalt des Standortes diskutiert werden können.

Gemeinsame Erklärung des Gesamtbetriebsrats und des Europäischen Betriebsrats (PDF)


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