19.01.2018 | Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2018

400 beim Aktionstag in Frankenberg: Große Unterstützung für Tarifforderungen der IG Metall

Rund 400 Beschäftigte aus Betrieben der Metall- und Elektroindustrie sowie der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie haben heute an einem Aktionstag der IG Metall in Frankenberg teilgenommen. Die Beschäftigten der Firmen Hasenclever, Hettich und Frank Walz- und Schmiedetechnik legten für bis zu vier Stunden die Arbeit nieder. „Die Arbeitgeber haben noch immer kein ordentliches Angebot vorgelegt“, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Oliver Dietzel, während einer Kundgebung auf dem Landratsplatz.

Große Unterstützung für die Tarifforderung der IG Metall beim Aktionstag in Frankenberg (Fotos: Martin Sehmisch)

„Ihr zeigt mit diesem Aktionstag, dass die Beschäftigten die Forderungen der IG Metall geschlossen unterstützen“, sagte er. Die hervorragende Beteiligung an den Warnstreiks in ganz Nordhessen habe gezeigt, das die Arbeitnehmer kampfbereit seien. „Bislang sind es nur Warnstreiks, aber wir werden bald zu massiveren Mitteln greifen, wenn die Arbeitgeber sich nicht bewegen“.

Die Forderung der IG Metall nach 6 Prozent mehr Lohn sei voll und ganz gerechtfertigt, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Hettich, Steffen Pfingst. "Wir schuften uns in den Betrieben ab, wir erwirtschaften die Gewinne, und wir haben daran einen fairen Anteil verdient", rief er unter dem Applaus der Kundgebungsteilnehmer. Auch die Forderung der Gewerkschaft nach Arbeitszeiten in der Metall- und Elektroindustrie, die zum Leben passen, sei mehr als angemessen, sagte der Betriebsratsvorsitzende von Frank Walz- und Schmiedetechnik, Bernd Kuhn.

Die IG Metall fordert einen individuellen Anspruch auf Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit für eine Dauer von bis zu 24 Monaten. Besonders für Arbeitnehmer mit belastenden Schichtmodellen sei mehr Selbstbestimmung hier dringend notwendig, so Kuhn. Dass die IG Metall nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Selbstbestimmung bei der Gestaltung der Arbeitszeit fordert, habe eine gesellschaftliche Debatte angestoßen, sagte der für den Kreis Waldeck-Frankenberg zuständige Sekretär der IG Metall, Lutz Geydan. "Unsere qualitative Forderung wird in der Öffentlichkeit diskutiert, und das überwiegend positiv", sagte er.

An der Kundgebung in Frankenberg nahmen auch Beschäftigte der Betriebe Thonet und Osborn teil. Für die Betriebe der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie fordert die IG Metall 6 Prozent mehr Geld und eine überproportionale Erhöhung für Ausbildungsvergütung. Auch Beschäftigte von Viessmann nahmen am Aktionstag teil.