31.01.2018 | Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2018

Streikbereit: 1.000 Beschäftigte in Kassel im Ausstand

Rund 1.000 Beschäftigte der Rheinmetall-Betriebe, von Bombardier und von Senior Flexonics beteiligen sich zur Stunde an den ganztägigen Warnstreiks der IG Metall. "Die 24-Stunden-Warnstreiks sind ein voller Erfolg", sagte die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Elke Volkmann. Den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie riet Volkmann, mit echtem Einigungswillen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Die Beschäftigten zeigen in diesen Tagen sehr deutlich, was sie von der Verweigerung der Arbeitgeber halten", sagte die Gewerkschafterin.

Die zuletzt angebotene Entgelterhöhung sei deutlich zu niedrig. Zudem würden sich die Arbeitgeber kategorisch weigern, Zugeständnisse zur besseren Vereinbarkeit zwischen Leben und Arbeit zu machen. "Wir wollen eine Modernisierung der Arbeitszeiten und Flexibilität nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Beschäftigte", sagte sie.

Als erste legten die Beschäftigten von Senior Flexonics am Mittwochabend die Arbeit nieder. Am Donnerstagmorgen folgten die Frühschichten der beiden Rheinmetall-Firmen und von Bombardier. Um 8 Uhr zogen Beschäftigte aus allen genannten Betrieben in einem Demonstrationszug vom Werkstor im Struthbachweg zum Streikzelt der IG Metall in der Wiener Straße. Dort sprach Annelie Buntenbach vom geschäftsführenden DGB-Bundesvorstand den Warnstreikteilnehmern die Unterstützung der DGB-Gewerkschaften aus. Die Beschäftigten konnten sich zudem für die Streikunterstützung der IG Metall registrieren, die den Ausfall des Arbeitsentgelts kompensieren soll.

Auch am Freitag gibt es in Kassel ganztägige Warnstreiks, dann sind die Beschäftigten des Daimler-Werks aufgerufen, ganztägig die Arbeit niederzulegen. Die Warnstreikteilnehmer laufen dann um 7.30 Uhr und um 14 Uhr vom Mercedesplatz zum Zelt der IG Metall, wo es jeweils Kundgebungen mit Vertretern aus den den Betrieben geben wird. Morgens wird der Leiter des IG Metall-Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger, erwartet. In den aufgerufenen Betrieben hat die IG Metall zuvor Mitgliedervoten durchgeführt. In allen Betrieben hat die überwältigende Mehrheit der Mitglieder für die Durchführung der 24-stündigen Warnstreiks votiert.

Die Forderungen der IG Metall

Die IG Metall fordert für die rund 3,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen von 6 Prozent für eine Laufzeit von 12 Monaten. Zudem will die IG Metall einen individuellen Anspruch auf Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für einen Zeitraum von bis zu 24 Monaten durchsetzen. Wer dies nutzt, um familiären Verpflichtungen nachzukommen, soll bei einer Arbeitszeitverkürzung um mindestens 3,5 Stunden einen Zuschuss von 200 Euro im Monat erhalten. Damit soll es auch Beschäftigten mit geringeren Einkommen ermöglicht werden, Arbeit und Privatleben besser zu vereinbaren. Auch bei Schichtarbeit und anderen, besonders belastenden Arbeitszeitmodellen soll es für die „kurze Vollzeit“ einen Entgeltzuschuss für zusätzliche Freischichten geben.